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Sonidos de la tierra – Müllmusik aus Paraguay in der Schweiz

Sonidos 2010In Hülle und Fülle
Der Klang von Violinen durchbricht das Gebell streunender Hunde, das Getöse von Müllkränen. Händels Feuerwerksmusik ertönt. Man wähnt sich in Prag oder Wien. Doch die Bühne dieses Orchesters ist Cateura, die grösste Müllhalde Paraguays in Asunción. Seine Musiker spielen nicht auf normalen Instrumenten. Sie spielen mit dem, was Cateura in Fülle zu bieten hat: Abfall.

Da ist Musik drin
Eine profane Blechdose ist kaum geöffnet, zu nichts mehr zu gebrauchen – in der Werkstatt des Musikprojekts Sonidos de la tierra kommt sie zu neuen Ehren. Jugendliche bauen daraus mit geschickten Händen Gitarren, Cellos, Flöten. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt, wo die Sonidos-Experten am Werk sind. Die ganze Familie sammelt mit. Eine ausrangierte Röntgenröhre wird zur Trommel. Alte Löffel dienen als Wirbel für Seiteninstrumente. Die Klappen für die Blechbläser entstehen aus Münzen und Kronkorken.

Jesuiten, Musik und Paraguay
Cateura ist ein schrecklicher Ort, den selbst die Polizei nachts nicht zu betreten wagt, wo sauberes Wasser fehlt und Krankheiten grassieren. Genau hier wollte Luis Szarán mit Sonidos ein Zeichen der Hoffnung setzen. Die Jesuitenmission in Zürich unterstützt ihn dabei. Jesuiten, Musik und Paraguay – das hat eine lange Tradition. Vor 400 Jahren begannen auch Schweizer Ordensleute wie Pater Martin Schmid SJ aus Baar ihre Arbeit unter den Ureinwohnern Südamerikas mit Musik. Die wiederentdeckten Noten dieser Melodien aus den Jesuitenreduktionen, die die Indios vor der Skalverei schützen sollten, spielen heute die Kinder von Cateura auf ihren Müllinsturmenten.

Die Jesuitenmission lädt ein
Wieder einmal hat die Schweizer Jesuitenmission Luis Szarán und die Musiker von Sonidos de la tierra zu einer Konzertreise nach Europa eingeladen. Sie bringen die Instrumente aus der Müllwerkstatt mit. Da wird das Staunen gross sein. Eindrücklich beweist das Müllorchester, dass Musik nicht Edelholz, Gold und Silber braucht, sondern auch niederen Materialien zu entlocken ist. Mit ihm soll seine Geschichte um die Welt gehen. Eine Geschichte von Unnützem, das wertvoll wurde und von vergessenen Kindern, die mit Feuereifer die Musik entdecken und wieder an die Zukunft glauben. Schon lange fördert die Jesuitenmission in Zürich die Arbeit von Sonidos de la tierra. Wenn auch Sie Sonidos unterstützen wollen, leiten wir Ihre Spende gerne weiter. Abonnieren Sie unser Magazin jesuitemission.ch, das Sie neben anderen Projekten regelmässig über den Fortgang von Sonidos und neue Konzertpläne unterrichtet.

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