30.11.2009
Johann Casutt SJ erhält Anerkennungspreis Jacobs Foundation würdigt Technikschule in Indonesien
Die Jacobs Foundation verleiht am 3.12.2009 zum ersten Mal den Klaus J. Jacobs Forschungspreis und den Klaus J. Jacobs Best Practice Award zur Erinnerung an den im September 2008 verstorbenen Stiftungsgründer. Der Best Practice Award für Projekte zur erfolgreichen Entwicklung junger Menschen geht an den Schweizer Jesuitenmissionar und Pionier der ATMI, P. Johann Casutt SJ. 

«Über Nacht wurde aus dem Englisch-Lehrer Casutt der Direktor einer technischen Schule», so erzählt P. Toni Kurmann SJ gerne den Beginn der Geschichte vom Lebenswerk P. Casutts bei ATMI in Indonesien. Und wirklich, so war es. 1968 wurde in Solo auf der Insel Java von den Jesuiten eine technische Ausbildungsstätte gegründet. Nach drei Jahren entschied sich der leitende Jesuit überraschend, den Orden zu verlassen. Da war schnelle Hilfe gefragt. Die Wahl fiel auf P. Johann Casutt, der am Kolleg in Yogyakarta Englisch unterrichtete. «Viel Erfahrung hatte ich nicht», bekennt er heute. «Meine zwei Brüder in der Schweiz hatten eine technische Ausbildung gemacht. Von daher war mir das Schweizer System bekannt.» Dieses sollte auch in Indonesien Früchte tragen: zwei Drittel Praxis, ein Drittel Theorie. Disziplin und Genauigkeit, die es bei der Arbeit an den Werkstücken braucht, forderte der neue Direktor auch sonst in der Schule. Jeden Abend machte er seine Runde durch die Werkhalle, um zu sehen, ob alles in Ordnung ist und Sauberkeit herrscht.
Schnell wurde ATMI zu einem Erfolgskonzept, dessen Absolventen reissenden Absatz auf dem Arbeitsmarkt fanden. «Das indonesische Ausbildungswesen zielte sehr auf Matura und universitäre Ausbildung. Was es aber brauchte und bis heute braucht, sind Leute, die Wissen und praktische Fähigkeiten miteinander verbinden können», erklärt Casutt. Hier füllte ATMI eine Lücke im Ausbildungssystem und wurde zum Vorbild im ganzen Land.
Früh erkannte man die Notwendigkeit einer eigenen Einkommensquelle für die Schule, um kostendeckend arbeiten und weiterhin auch Jugendliche aus weniger wohlhabenden Familien ausbilden zu können. Aus zwei Nöten wurde eine Tugend gemacht. Durch eine eigene Produktion konnten die Jugendlichen Praxiserfahrung sammeln und gleichzeitig Güter für den Verkauf herstellen. Sämtliche Gewinne werden in die Ausbildung reinvestiert. Heute bildet ATMI jährlich über 600 Studenten aus, mit eigenen Instruktoren und unter indonesischer Führung.
Fast 30 Jahre hat P. Johann Casutt die Schule geleitet. Der Preis der Jacobs Foundation, der mit 200 000 Franken dotiert ist, ist die Würdigung eines Lebenswerkes und einer Erfolgsgeschichte schweizerischer Entwicklungshilfe.
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Preisverkündung auf der Website der Stiftung AKTUELLE BERICHTERSTATTUNG:
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Bericht im Züricher Pfarrblatt Forum vom 29.5.2010 »
Interview mit P. Casutts Nachfolger P. Benedikt Triatmoko zur Zukunft von ATMI (Magazin der Jesuitenmission im Mai 2010)
Berichte zu P. Johann Casutt SJ und ATMI:
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Neue Zürcher Nachrichten NZN, 17.10.1970 »
Der Sonntag, 13.9.1972 »
Neue Zürcher Zeitung NZZ, 11.1.2002: Schweizer Präzision auf Java »
Magazin der Jesuitenmission, Pfingsten 2007 »
Magazin der Jesuitenmission, Ostern 2008 »
Magazin der Jesuitenmission, 2/2009 »
Magazin der Jesuitenmission, 4/2009